Laut wie die Liebe? Konzertbericht: So war Placebo im Hallenstadion

„For all the sorrow, my pain, I’m feeling so alone“. Armer, langhaariger Brian Molko. So „alone“ hätte er sich nicht fühlen müssen, denn wir waren da: Am Placebo-Konzert im Hallenstadion Zürich am 18.11.2013. Die britische Band Placebo bot technische, auf Erfahrung beruhende Ausgereiftheit und eine fulminante Zugabe. In der Tendenz: Laute Liebe aus Lauter Liebe. 

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„Loud Like Love“ Visuals – Placebo im Hallenstadion Zürich.

Die neuen Songs hielten mehr als sie zunächst versprachen: Live waren sie um ein x-faches erträglicher als auf dem „Loud Like Love“ Album. Besonders hervorgestochen sind „A Million Pieces“, „Rob The Bank“ und „Loud Like Love“. Die Lichtershow, welche Placebo geboten haben, ist durchaus gelungen: Sie haben das Artwork des neuen „Loud Like Love“ Albums in eine visuelle, strobo-lichtige Show verwandelt: Die verzerrte Farbpalette wurde von Sternen durchzogen, welche in blinkenden Farben versanken. IMG_2294 Das allgegenwärtige Boulevardblatt der Schweiz, der Blick bezeichnete das Konzert als „steril“. Der transparente Vorhang – der für die Lichteffekte verwendet worden war – habe das Publikum von der Band getrennt, so Blick weiter. „Glücklicherweise sind Placebo derart gute Live-Musiker, dass man die Sterilität des Auftritts in Kauf nimmt.“, lautete das Fazit des kurzen, knappen Online-Artikels.

Sterilität ging jedoch nicht von Placebo aus, vielmehr war es die klassische Form der Arroganz. Kein Wort verlauten lassen hat die Band, ausser einem knappen „Thank You“ vor den 4 (!) Zugabensongs. Der Blick hat den Blick fürs Wesentliche etwas verpasst: Steril hätte das Konzert einzig durch die Tatsache sein können, dass das riesige Stadion halbleer-evakuiert aussah. Und der Rest der Besucher haben die „Meds“ genommen gehabt: Und zwar diese „Pillen“ mit Wirkung der Muskellähmung mit teilweise Nebenwirkung der bekannten Spassbremsung. (Einige Publikums-Individuen haben sich sogar für Securitas gehalten! Diesem Cop wären wir niemals „home“ gefolgt …)

Doch zurück zum Konzert: Die Zugaben bestanden aus vier Songs, und zwar „irgendeinem Song, den ich immer noch nicht zuordnen kann“ (das Internet sagt, er hiess „Teenage Angst“), „Running Up That Hill“, „Post Blue“ und schliesslich… tatsächlich noch „Infra-red“. Das fulminante Schlusslied packte noch alle, die noch nicht ihre Jacke holen gegangen sind, und liess sie mit schauderlich-schönen Lyrics nach Hause gehen. Und im Dunkeln sehen.

KEEP BUZZIN and „raisin‘ the temperature to a hundred degrees“.

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