Die ultimativen Wavebuzz Top-15-Alben #1: Queens of the Stone Age – …Like Clockwork

Wie ein Uhrwerk tickt unsere Wavebuzz-Alben-Bestenliste zu Ende. „…Like Clockwork“ heisst das Album von Queens of The Stone Age (aka QOTSA), welches auf Platz 1 unserer Nicht-Rang-Liste (= die Nummern #1 – #15 stehen wahllos da) landet. Das sechste Studioalbum der alteingesessenen, semiharten Rock-Band Queens of The Stone Age unter Frontman Josh Homme erstrahlt in neusteinzeitlichem Glanz. Gastauftritte gibt es auf dem Album zu Hauf und die sind von Ehefrau Brody Dalle, Mark Lanegan, Alex Turner („Arctic Monkeys“) und vielen mehr! Und auch Ex-Nirvana Drummer Dave Grohl ist wieder mit dabei. 

QOTSA - ...Like Clockwork

QOTSA – …Like Clockwork (Matador, 2013)

I. ÜBER DIE ENTSTEHUNG DES ALBUMS
Die Albumpromo lief  neusteinzeitlich  und sozial-medial ab: Nachdem ihr erster Song „My God Is The Sun“ Mitte März innerhalb des Lollapalooza Festivals in Brasilien erstmals gespielt worden war, streute die Band nach und nach Songfetzen auf ihre eigens eingerichtete Website www.likeclockwork.tv. Nach vielen bandinternen Umstrukturierungen und Komplikationen zwischen 2011 und 2013 – der langjährige Drummer Joey Castillo verliess die Band, Josh Homme war vier Monate lang im Spital – fing sich die Band wieder und produzierte in Hommes kalifornischem Privatstudio eines ihrer wohl bestes Alben überhaupt? –  QOTSA haben innerhalb ihrer Schaffenszeit, folgt man einigen Kritikerstimmen, bereits selbst einige Steine für die sprichwörtliche Ewigkeit geschaffen. Ist „…Like Clockwork“ auch ein solcher Brocken? Wir finden diese Frage relativ uninteressant: Was bringt es, über die Zukunft eines Albums zu mutmassen, wenn man es sich in der Gegenwart anhören kann?

‚HOCHLICHTER‘ SONGS AUF „…LIKE CLOCKWORK“
Auffallend ist die ausserordentliche Ruhe (im Vergleich zum Vorgängeralbum „Era Vulgaris“ aus dem Jahre 2007), die von der Grosszahl der Lieder auf „…Like Clockwork“ ausgeht. Wenn man Ruhe jedoch mit Idylle gleichsetzen wird, ist man auf dem falschen Weg. Wir sind hier immer noch bei den Königinnen der Vielschichtigkeit. Beispielsweise das Lied „Kalopsia“ beginnt rieselnd mit einer Art gutem Lounge-Faktor, bricht jedoch ab Minute 1:12 in ein verderbliches Verzweiflungsgeheule aus. Da der Terminus Kalopsia nicht gerade zum gängigen Wortschatz gehört,  googelte ich es vor einiger Zeit und fand folgende Bedeutung von „Kalopsia“ vor:

„The delusion of things being more beautiful than they are.“

Die menschliche Wahrnehmung ist von verzerrenden Faktoren bedingt, die realitätsentfremdend sind, entweder in eine positive oder eine negative Richtung. Bei „Kalopsia“ ist die Richtung insofern positiv, dass das eigene Selbst, Dinge schöner wahrnimmt, als sie sind. Diese Verzerrung kann jedoch, sollte sie einmal aufgelöst werden, ins andere Extrem umkippen. Kalopsia kommt zum Kollaps, quasi.

QUEENS OF THE STONE AGE – …LIKE CLOCKWORK (LIVE ON LETTERMAN 2013)


„Not everything that goes around comes back around you know“ singt Homme im gleichnamigen Albumtitel-Lied „…Like Clockwork“, das ebenso ein gemächliches Stück ist. Subtil ausschweifende Gitarrensoli, chorale Einwürfe, sanfte Klavierläufe und theatralischer Gesang sind hier charakteristisch.
– Der Hintergrund des Albumcovers ist rot. Der rote Faden des Albums ist unausweichliche Verzweiflung. Diese sieht man im Vordergrund des Covers, dargestellt durch die zwei Figuren. Eine personifizierte, vampirige Todesfigur mit Skelettmaske scheint lächelnd (?) in den Hals einer umschlungenen weiblichen Person beissen zu wollen.
…Ist es „The Vampyre of Time And Memory“ vielleicht?

„Fairweather Friends“ ist eine Emulsion vieler Bruchstücke, die kein abgerundetes Ganzes ergeben. Verzweiflung durch Struktur. Gutwetterfreunde gehen, sobald die Sonne geht. Homme sagt, was es brauche um jene Freunde zu halten „Gossip, drugs and snakes“. Der gesprochene letzte Satz hebt jedoch alles auf: „Fair–I don’t give a shit about ‚em anyhow…“. Das Lied „Fairweather Friends“ jedoch, ist – finden wir – mindestens einen „shit“ wert.

“My God Is The Sun” ist ein übertheatralisches klassisches Rock-Stück, welches trotz lauter Schredderei eher eine untergehende Sonne des Albums ist. „Keep Your Eyes Peeled“ ist zusätzlich zu dem kreativen Titel ein wahrlicher Ohrenschmaus mit Augenthema. Die tiefen Gitarrentöne muten fast an, Trommeln zu sein und wirken hypnotisierend auf den Zuhörer. Und auch hier ist sie wieder, die verschlüsselte Verzweiflung. Drin verpackt ein Kinderlied.

„If life is but a dream, then
Wake me up.”

(… Das “wake me up” kann hier umkehrend stehend sein für “kill me now”). Dann gibt es noch „I Sat By The Ocean“, welches sich durch ausgeprägte musikalische Geradlinigkeit auszeichnet, klassischer 70’s Rock mag so mancher meinen… Was es auch ist, es ist gewaltig und besitzt die womöglich schönste Zeile der Welt: „I sat by the ocean and drank a potion, baby to erase you.“

Queens Of The Stone Age – I Sat By The Ocean (Soundcloud)

HIER DAS GANZE ALBUM VIA SPOTIFY ANHÖREN: 

So, dies waren nun alle 15 Alben der ersten Wavebuzz Bestenliste überhaupt. Wir danken allen Lesern, nun, fürs Lesen 🙂  Bald folgt noch eine zusammengefasste Liste der „Wavebuzz Top-15-Alben“, sodass hier immerhin ein wenig Struktur und Ordnung herrscht.
KEEP BUZZIN’ and feel the real illusions.

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