Musik des Tages: Austra – Habitat EP (Domino, 2014)

Die Habitat EP von Austra ist eine extended play von vier Liedern. Nach Angaben der Band sind darauf jene Lieder zu finden, welche es weder auf das erste noch auf das zweite bisherig erschienene Album geschafft haben. Die verlorenen Kinder also. Geben wir ihnen einmal ein Zuhause.

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Gibt man im Online-Dictionary „Leo“ den Titel der neuen Austra EP „Habitat“ ein, erscheinen variable Übersetzungen: „Siedlungsweise“, „Standort“, „Wohnmilieu“ und „Lebensraum“ sind darunter wohl die treffendsten Worttransformationen.


Der zeitliche Standort beziehungsweise das Wohnmilieu auf der Zeitachse der Welt ist bei der Habitat-EP jedoch schwierig anzusiedeln. Erstens gibt es den Titeltrack „Habitat“ seit bereits zwei Jahren (also seit 2012!), wurde aber in dieser reduziert elektronischen Form noch niemals so präsentiert. Zweitens klingt die experimentelle Synthiemusik nach dem Beginn der elektronischen Musik überhaupt. So heisst auch das zweite Stück „Doepfer“, bezeichnend benannt nach dem deutschen Instrumentenproduzenten Dieter Döpfer, welcher modulare und analoge MIDI Synthesizer hergestellt hat. Verwendet wurden die Synthies unter anderem von – wie man sie gerne nennt – Musikpionieren wie Kraftwerk, Hans Zimmer oder auch Daft Punk. Eine Form von Dance Music wird hier erzeugt, die unwidersprüchlich in Repetition und Melodienreichtum hineingeht. Überraschend wenig Gesang von der Kanadierin Kate Stelmanis gibt es hier, die doch eine klassische Gesangsausbildung besitzt und sich durchaus nicht verstecken müsste. Die Gesangsarmut ist ein abermaliges Zeugnis des Nicht-Auf-Die-Anderen-Alben-Passens. (Besitzen die Vorgängeralben „Feel It Break“ und „Olympia“ doch verhältnismässig einen grossen Anteil des markanten volumenreichen Gesangs.) „Habitat“ ist arm an menschlicher Stimme. „Habitat“ ist die verlorene Liebeserklärung an die elektronische Musik.

 

„I want you. I need you, brother.“

 

AUSTRA – HABITAT

Die Reduktion des Gesangs wird zusätzlich unterstützend textlich in „Hulluu“ untermalt: „I took your microphone, its in the river“, haucht Stelmanis. Zum Glück lander nur das Mikrophon im Fluss. Die Synthies sind offensichtlich noch heil…

Note: 8/10

KEEP BUZZIN

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