Rezension: The Raveonettes – Pe’ahi (The Beat Dies, 2014)

Aus dem Nichts! So erschien vor einer knappen Woche das neue Album der dänischen Indie Band The Raveonettes. Es trägt den experimentierfreudigen Titel „Pe’ahi“ (= so heisst ein Ort auf Hawaii) und folgt auf das 2012 herausgegebene Album „Observator“. Produziert wurde es von keinem geringeren als Justin Meldal-Johnsen (welcher auch bei M83´s „Hurry Up We´re Dreaming“ die Fäden gezogen hatte).

raveonettesnewlp2014

Zum Song „Endless Sleeper“ ist bereits ein Lyric-Video vorhanden. Sune Rose Wagner sagt, in dem Lied verarbeite sie eine Todeserfahrung, die sie vor einigen Jahren in Hawaii gemacht habe: “It’s about a horrific near-drowning experience I had in Hawaii some years ago. It’s about taking risks in order to exist. The song features a lot of recurring musical ideas of Pe’ahi such as Old Skool breakbeats, exaggerated dynamics, unconventional song structures, staccato guitar picking, intense layered vocals, etc.” (Quelle: COS) Viele Surf-Musik-Elemente werden also nebst dem todesfantastischen Thema aufgegriffen. In dem düster schönen 90s-Track wird gefragt:

„what memories have the dead?“

Im Intro zu „Sisters“, dem zweiten Lied auf dem Album, erklingen Klänge, die an verzerrtes Meeresrauschen erinnern. Das grungige LoFi-Stück ist von selbiger Dunkelheit durchzogen wie „Endless Sleeper“. Lächelnde Gesichter sind Masken und Gitarrensoli ebenso verzerrt. Das Messer, welches auch verschwommen als Surfboard identifiziert werden könnte, steht klingend und allein auf dem Albumcover. Messer können töten, Menschen können töten. „Killer In The Streets“ handelt davon. Nein, das nächste Stück ist nicht von Avicii, heisst aber genau gleich. „Wake Me Up“ folgt auf „Killer In The Streets“. „Wake Me Up“ ist ein opakes Shoegaze Flechtwerk mit einer lieblich-melancholischen Melodie. Sehr schön ist hier der eine E-Gitarrenton, welcher im Hintergrund jeweils auftaucht und dabei eine Oktave hinaufschlittert. „Z-Boys“ ist eine Wolke voller Noise-Pop Elemente und verlangt nach „give me more give me more“. Wir finden auch. Und „more“ kommt auch! Weiter geht es mit dem nächsten Track, der sich semi-optimistisch „A Hell Below“ nennt. Die Melodie ist überraschenderweise jedoch eine der fröhlichsten des gesamten Albums und hat beinahe sing-along Qualität.

„The Rains Of May“, ja im Mai regnet es bekanntlich in den Tropen, auf Hawaii. Den Regen, welchen die zweiköpfige dänische Band hier erzeugen,  ist vom Weichspülmodus geprägt und schleudert den Zuhörer automatisch in einen Wohlbefindlichkeitsmodus. Dieser Modus wird alsbald vom Imperativ des nächsten Lieds aufgelöst: „Kill!“. Sogar mit Ausrufezeichen. „Kill!“ ist sphärisch und finstrig trüb (ja, ein Pleonasmus!). „When Night Is Almost Done“ berührt die Zwischenstufe zwischen Nacht und Tag. Dieser Unterbruch wird durch einen markant verzerrten Bass zusätzlich noch verstärkt. Das Album endet, mit einem Ende. Dem Ende des Sommers. „Summer Ends“ ist ein schleppendes Noise-Liedlein.

„summer ends and we all fall apart“, ein Glück, dass der Sommer hierzulande in vollem Gange ist.

HIER VIA SPOTIFY ANHÖREN:

Note: 7.5 / 10

KEEP BUZZIN

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2 Antworten zu “Rezension: The Raveonettes – Pe’ahi (The Beat Dies, 2014)

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