Konzertbericht: Jungle mit der Vorband Beaty Heart und einige hoch schlagende Herzchen

Mit ihrem Westernfilm-haften Interlude „Smoking Pixels“ haben Jungle ihr erstes Schweizer Konzert im hocherhitzten Komplex Klub begonnen. Die Mercury-Price-Anwärter boten ein Konzert, das gemischte Emotionen hervorrief. Hier unser Bericht und die Antwort auf die Frage, ob der mächtige Löwe heute Abend im Dschungel schlief. 

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Jungle bezeichnet grundsätzlich Jungle bezeichnet ursprünglich eine exotische Musikrichtung, die in den 1990er Jahren aus dem karibischen Raum importiert wurde. Sie ist eine elektronische Verschmelzung von Ragga- und Electronic. Die Beats sind oft zerhackt, elektronisch gepitcht und stammen vielfach von alten Funk-Stücken. Mit dem Musikstil hat die Band jedoch nur wenig zu tun: einzig die Funk-Komponente und die Tradition der 1970er Jahre ist innerhalb der Musik des Londoner Kollektivs vorhanden.

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Erst dieses Jahr im Juli 2014 haben die Briten Josh Lloyd-Watson, Tom McFarland, Fraser MacColl, George Day, Dominic Whalley, Andro Cowperthwaite und Rudi Salmon aka Jungle ihr gleichnamiges Album veröffentlicht. Seit daher wurden sie von Kritikern gleichermassen geehrt wie von Fans. Nebst der Mercury-Price-Nominierung wurden auch ihre Live-Auftritte gefeiert und daher wollten wir diese wilde Musik mit Falsettstimme auch einmal erleben. Nun sind wir also hier, erneut in den Räumen des Komplex Klubs in Zürich. Die Bar ist eine Insel in der Mitte des Klubs, das Konzert war ausverkauft. Man kaufte sich ein Getränk und schaute sich einmal die Vorband Beaty Heart (UK) an. Assoziative Gedanken während des erstmaligen Hörens: „Die sind gut… Moment. Die sind richtig gut!!“ Eine Freundin bezeichnete ihren Stil als Mischung aus Friendly Fires und MGMT gemischt mit Australien. (Australien steht in diesem Falle für den unbeschwerten No-Worries-Lebensstil, der sich beispielsweise in freudiger Surfer-Musik wiederspiegelt). Der Sänger trug ein Hemd, das ihm 3 Nummern zu gross war, der Bassist sah aus wie ein treuer Kunde des Kleider-Labels American Apparel und die beiden Drummer trumpften mit Beanie und Cap auf: Optisch und musikalisch auf dem hippen Weg der 2000-er Musik a la Passion Pit.

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Doch weg von der sehr tollen Vorband Beaty Heart (über die wir in einem anderen Beitrag noch mehr schreiben werden) hin zum Main Act: Die Lieder wurden relativ stoisch und unverändert vorgetragen. In den vorderen Reihen wurde dicht gedrängt getanzt. Das beeindruckendste war die Zugabe „Time“, welcher durch fade-out / fade-in Effekte immer noch eins drauf gesetzt wurde. Alles in allem waren wir als Zuschauer verschwitzt und verschmitzt. Jedoch fern der verwilderten Euphorie.

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