Konzertbericht: Hand Habits in der Roten Fabrik (Zürich, Mai 2017)

Hand Habits. So nennt sich das Bandprojekt der ursprünglichen New Yorkerin Meg Duffy. Sie war anfangs Mai 2017 in Zürich zu einem musikalischen Besuch in der Roten Fabrik? Das Konzert war ein frühsommerlich besinnliches Ereignis. Mit Stühlen anstatt Tanzbeinen. Mit Tinkerbell-Fairy Lights anstatt Discokugeln.

 

Nachdenklichkeit und Innere Monologe gegen Aussen

Meg Duffy war an diesem Mittwoch etwas erkältet und in einer „special mood“, wie sie selbst sagte. Zwischen den gitarrenlastigen LoFi-Stücken sprach sie von Peter Pan, Tinkerbell und der ewigen Jugend. Nach einem abermaligen Lied  (Ich glaube es war „Flower Glass“?) sagte sie losgelöst:

„Peter Pan is amazing. I know we all know that. He was so pure and just about life and youth. He never had to work, he never had fights and he was never in love. (…) Oh wait he was. He was in love with Wendy. Okay, maybe not that pure. But still amazing.“

Sie schien zum Publikum zu sprechen wie zu sich selbst. Bruchstückhafte Gedanken teilte Meg mit den rund 30 Menschen, die im Dunkeln des Clubraums auf ihren Stühlen sassen.

Diese Assoziativität ist der mühelos gespannte Rote Faden, der sich sowohl durch ihre (Bühnen)-Persönlichkeit als auch durch ihre Musik zieht (hier ist unsere Rezension übrigens!). Ihr Debütalbum „Wildly Idle“ präsentierte sie trotz angeschlagener Stimme in einer warmer zarter Form. Die mittlerweile in LA lebende Sängerin präsentierte ihr „Ich-habe-alle-Songs-im-Schlafzimmer-aufgenommen“-Album mit einer gewissen rohen Melancholie, die sich auch in ihren Texten widerspiegelt.

„To put the past aside
Try and ease your mind
Don’t forget your lines
Don’t forget to write“

Das Dankeschön an die Musik
Hand Habits ist eine Aufforderung und ein Dankeschön an die Kreativität. Und an die Musik. „Isn´t music just wonderful?“, fragte Meg, die an diesem Abend sehr viel fragte und sagte. Diese oft gehörten Fragen bergen eventuell manchmal die Gefahr, ins Offensichtliche abzurutschen. Auch der Singer-/Songwriter-Musik liegt teilweise dasselbe Dilemma inne. Es kann sich als diffizil herausstellen, eine Originalität aufzuweisen. Hand Habits schaffte das allerdings irgendwie. Das gelang durch Natürlichkeit und gutem Songwriting („Book On How To Change“ oder „All The While“ sind beste Beispiele dafür).

Die performative Dankbarkeit von Meg richtete sich – nebst an die Musik – ans Publikum. „It is so nice that people come together and listen to music together.“ Und über ihren Erkältungshusten sagte sie:

„Do you know this Peter Pan version where Tinker Bell almost died? And people would have to clap that she doesn´t die. I feel like you are those people that could help me clap. I am sure after this concert I will be fine.“

Diese Nachdenklichkeit über den Tinkerbell Effect veranlasste dann selbst den Drummer zu einem: „Are you ok?“

Es schien aber alles okay. Und das Konzert war mehr als okay. Und am Schluss wurde auch geklatscht. Alles gut also.

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