Rezension: Moby – Innocents (Little Idiot, 2013)

Moby. Ein Mann, keine Haare, viele Gäste, immer noch ein Sound. Mit hypnotischer Electronica-Musik hat sich der Mann einst auf den Olymp modernen Musikschaffens gespielt – und mit hypnotischer Electronica-Musik verteidigt er seither seinen Platz an der Sonne. Auch auf seinem elften Album mit Erfolg.

 mobyinnocents

Wortlos beginnt es. „Everything That Rises“ ist langsames Instrumentalkino mit mächtigen Keyboardakkorden und scheppernden Beats. Der unschuldige Sonnenaufgang des neuen Albums, die verdiente Intro-Sequenzen für die illustren Gäste, die ab „A Case For Shame“ dieses Album bevölkern.

Wen haben wir denn da? Al Spx von Cold Specks, Damien Jurado, Skylar Grey, Wayne Coyne (Flaming Lips), Mark Lanegan und Inyang Bassey. Viel Prominenz für ein Album. Insgesamt sieben der zwölf neuen Tracks werden durch jemanden aus der Gästeschar veredelt. Indierock-Barde Damien Jurado leiht sein glasiges Engelsstimmchen dem hymnischen „Almost Home“, einem sechsminütigen Mini-Epos, das trotz repetitivem Gestus spannend bleibt und berührt. Wayne Coyne von unseren Psychedelic-Lieblingen Flaming Lips hilft beim Hippie-Gospel „The Perfect Life“ aus, einem beschwingten Midtempo-Groover, der zu den Höhepunkten des Albums zählt. A propos Highlights: Inyang Bassey, die nicht das erste Mal mit Moby kollaboriert, vergoldet mit ihrer tiefen Soulstimme den grandiosen Blues-Aufguss „Don’t Love Me“. Hier zeigt sich Moby in Hochform, was nicht verwunderlich ist, beackert er doch eine seiner liebsten Spielwiesen: die des fantasievollen Neu-Aufbereitens klassischer Genres.

Genug der Gäste. Wie steht es um Mobys Solo-Beiträge? Während „Going Wrong“ ein eher fades Instrumental ist, überzeugen „A Long Time“ und „Saints“ mit ihren hypnotisierenden Trip-Hop-Beats auf ganzer Strecke. Ebenso vermag der epische Albumcloser „The Dogs“ ein Glanzlicht zu setzen. Ganz ehrlich: Zum Schluss des Albums stellt sich das Gefühl einer Überdosis an synthetischen Streichern – Mobys Allzweckwaffe – ein, doch man mag es ihm verzeihen. Zu fabelhaft sind gewisse Songs auf diesem rundum gelungenen neuen Album.

 

Hören kann man das Ganze hier:

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Bildquelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Innocents_2013.jpg

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