Rezension: The 1975 – The 1975 (Dirty Hit, 2013)

Sie sind anerkannter BBC Liebling – waren sowohl in der berühmte Live Lounge als auch sind sie auf der vielbedeutenden Liste des BBC Radio 1 Radio-DJ’s Zane Lowe vertreten. Doch wer sind The 1975 ausser einer Jahreszahl genau? Wir nehmen hier ihr gleichnamiges Album ein wenig unter die Lupe.

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BIOGRAPHISCHES – Der Werdegang von 1975 in 2013:
Ihre Hits sind namentlich meist aus einem Wort bestehend und heissen beispielsweise „Girls“, „Sex“ oder „Chocolate“. Zugegeben erntet man bereits mit solchen Titeln Sympathie- oder zumindest Aufmerksamkeitspunkte. Ein Lied über Schokolade? 3 min über die bräunlich-süsse Wundermasse in Melodieform? Und auch die anderen Themen sind nett. Die Band besteht schon seit 2002 als Cover-Punk-Schulband. Sie haben sich hochgespielt und brachten 2012 die EP „Facedown“ heraus, die ihr Durchbruch zur BBC und zu ihrem Label „Dirty Hit Records“ bedeutete. Die Single „Chocolate“ wurde – gemäss Wikipedia – das ganze Jahr hindurch in den britischen Charts gehalten. Hier in der Schweiz, muss ich gestehen, sind mir The 1975 erst vor einigen Wochen aufgefallen. Gespielt haben The 1975 dann als i-Tüpfelchen über dem Teich in Amerika am renommierten Festival in Texas namens „South by Southwest“ (da spielen alle Bands, die einen guten Anspruch darauf haben können, einmal gross zu werden).

Bandmitglieder:
• Matthew Healy – vocals, guitar, piano production (tracks 7, 12 and 16)
• Adam Hann – guitar
• George Daniel – drums, production (tracks 7, 12 and 16), photography
• Ross MacDonald – bass guitar

DAS ALBUM – „The 1975“
Das am 2. September 2013 erschienene Album besteht aus bemerkenswerten 16 Songs – Eine beachtliche Menge für ein Debütalbum.und auch sonst sind 16 Tracks eine vermeintliche Zumutung für den Hörer. Ähnlich wie ein dickes Buch. Jedoch verhält es sich genau so wie bei einem dicken Buch, wenn es gut ist (das Buch, das Album) bemerkt man die Länge gar nicht mehr und ist sogar froh um sie.

Das Album heisst The 1975, die Band heisst The 1975 und auch das erste Lied heisst…. The 1976 – nein quatsch, es heisst natürlich auch The 1975. Ein sphärisches Stück mit verzerrter Stimme, welches einen Einstieg ins nächste Stück namens „The City“ liefert. „If you wanna find love you know where the city is“, diese eingängige simple Zeile des Refrains wiederspiegelt sich auch in der Pop-Haftigkeit des Songs. Ein durchaus nett anzuhörender Track, der leicht luftig und aber auch ein bisschen banal daherkommt.

The 1975 – The City

„M.O.N.E.Y“ ist ein luftblasiges Liedlein, das etwas vorbeigeht. (Irgendwie besitzt es zu viele Funk-Elemente, die abgeschaut scheinen.) Die im britischen Radio hinauf und hinunter gespielte Hitsingle „Chocolate“ hat durchaus ihren Charme. Die Gitarrenläufe sind eingängig und rhythmisch erfreulich – Vampire Weekend und Two Door Cinema Club lassen grüssen! Und so klingt auch die unbefangene Musik der Band eigentlich. Ihre sonstige Themen wie Drogen, Sex und Mädchen scheinen etwas unharmonisch mit der süssen Marshmallow-Musik einherzugehen.

Die Songs haben textmässig nicht das Tiefgründigste anzubieten. Ein Muster fällt nämlich auf hinsichtlich der Zeilendichtung: The 1975 finden jeweils eine Zeile innerhalb eines Songs, die sie dann kühn repetitiv hinauf und hinunter singen („if you wanna find love you know where the city is“ bei The City / „she’s got a boyfriend anyway“ bei Sex / „why you talk so loud“ bei Talk! etc.).

Die Musik klingt insgesamt sehr sonnig, sofern Musik ein Wetter besitzen kann. Um die Ecke scheint ein bunt gekleideter Zuckerwattenverkäufer zu kommen und dir gratis sämtliche Süssigkeiten seines Inventars anschmeissen zu wollen. „Heart Out“ erklingt aus dem Wagen des sich auch annähernden Eisverkäuferautos. Es wird Abend, man hält die Füsslein ins Wasser, in welchem bunte Goldfische schwimmen. Nummer 12 des Albums namens „12“ erklingt atmosphärisch mit einem Dream Pop Moment über dem sonnenuntergehenden Kitschszenario.

„Sex“ ist natürlich auch noch geschwind zu besprechen: Das Video, welches ziemlich explizit daherkommt lässt kein Tabu-Thema aus und scheint ein wenig erzwungen zu schocken: Untreue, geschlechtliche Akte, Drogen, Verantwortungslosigkeit, jugendlicher Leichtsinn und (teilweise!) hübsche Menschen.

The 1975 – Sex

Unser Fazit vom „The 1975“-Album: Nett anzuhören, klingt ziemlich mehr nach Staaten als nach Königreich, elektrisierende Intermezzi und es geht um Schokolade.
The-1975-Sex-2013-Video
Nichts zu bemängeln also. Aber auch nicht gerade das Album des Jahres, wie es doch so mancherorts (auf Starpulse bsp.) bezeichnet wird. „The 1975 might very well be the most important band in pop music, and this album is by far the best pop record of 2013 so far and also the best pop record of the 2010’s yet.“ – Nach 1975maligem Anhören der Songs spätestens dann auch nicht mehr.

KEEP BUZZIN‘ Schokoladenkinder. 

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