Rezension: St. Vincent – St. Vincent (2014)

stvincent

Kurze Zeit nach Ende der Tour für ihr letztes Album, „Love This Giant“ (2012), das sie gemeinsam mit David Byrne aufgenommen hatte, begann Annie Clark a.k.a. St. Vincent mit der Arbeit an ihrem selbstbetitelten fünften Studioalbum. „St. Vincent“ ist ihr stärkstes Werk bisher: Intelligenz und Witz, Introspektion und Extravaganz harmonieren perfekt mit der blitzsauberen Produktion von John Congleton und den Einflüssen, die sie aus der Arbeit mit Byrne mitgenommen hat, etwa das Vertrauen auf Brass-Arrangements.

Das Album beginnt mit „Rattlesnake“, der schweisstreibenden musikalischen Umsetzung eines Trips durch die Wüste. „Am I the only one in the only world?“, fragt sie, geht nackt durch die Wüste, beobachtet Schlangenlöcher und denkt dabei an Seurat. Die Live-Performance ist eine perfekt inszenierte Kunstinstallation (Gitarrensolo-Freakout ab ca. 3:30 auf keinen Fall entgehen lassen!)

Das Album hält weitere solch frenetisch-hektische Songs bereit, etwa das noch deutlich vom „Love This Giant“-Sound inspirierte „Digital Witness“ oder der amphetamingetränkte Rock’n’Roll „Birth In Reverse“.

Dass Annie Clark auch die ruhigen Töne beherrscht, beweisen Titel wie das trip-hoppy „I Prefer Your Love“ oder das traurige „Prince Johnny“, in dem tiefe Hoffnungslosigkeit über die Selbstzerfleischung des Protagonisten Prince Johnny ausgedrückt wird

Insgesamt präsentiert die Künstlerin eine perfekt abgewogene, vor Selbstvertrauen strotzende – nur schon das majestätische Cover! – Mischung aus besinnlichen und nervösen Klängen. Sound, Kompositionen, Lyrik, Produktion sind auf dem gleichen (hohen) Niveau. Ich glaube – vage Formulierungen ahoi! -, es ist nicht allzu abwegig, nach reiflicher Überlegung und zig-maligem Anhören und In-Betracht-ziehen aller Möglichkeiten zum Schluss zu finden: „St. Vincent“ ist ein Meisterwerk!


Am 31. Mai beehrt St. Vincent das Zürcher Kaufleuten. Alle aktuellen Tourdaten lassen sich hier abrufen: http://ilovestvincent.com/#tour

Das ganze Album via Spotify anhören- oder aber eben: ein Livekonzert besuchen, denn „if I can’t show you, if you can’t see me, what’s the point of doing anything?“ (aus „Digital Witness“).

Hier das Interview innerhalb der amerikanischen Talk Show Sendung „The Colbert Report“:

Colbert: „So.. your music… can I enjoy it or do I have to get it?“

The Colbert Report
Get More: Colbert Report Full Episodes,Video Archive

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3 Antworten zu “Rezension: St. Vincent – St. Vincent (2014)

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