Rezension: Music Go Music – Impressions (2014)

Fünf Jahre nach dem Debüt „Expressions“ veröffentlicht das Trio Music Go Music aus Los Angeles dieser Tage dessen Nachfolger: „Impressions“. Ihre keineswegs introvertierte Mischung aus Rock, Disco und harmonischem Pop, Marke ABBA, funktioniert nach wie vor ausgezeichnet.

impression

Fünf Jahre nach dem Debüt ein zweites Album? Hauptreferenzpunkt Disco? Da war doch was? Genau: unlängst veröffentlichte die Britin Elly Jackson das zweite Album ihres Projektes La Roux. Und hier setzen wir ein, denn der Opener von Music Go Musics neuem Werk, „Love Is All I Can Hear“, klingt verdächtig nach Madame Jackson: funky Discopop mit exaltiertem weiblichem Gesang, in diesem Falle von Meredith Metcalf. Gemeinsam mit David Metcalf und Kyle Gladden bildet sie das Trio Music Go Music. Innerhalb der Band hören die drei, die gemeinsam auch in der Band Bodies of Water spielen, auf die Pseudonyme Gala Bell, Torg und Kamer Maza.

Etwas länger als zwei Minuten in den Song „Love Is All I Can Hear“ hinein dauert es, bis endgültig klar wird, dass Music Go Music sich eben doch anders orientieren als etwa La Roux. Eine wild gniedelnde Siebziger-Rockgitarre dringt ein. Ja, nicht der Electropop der Achtziger ist zweiter Hauptreferenzpunkt, sondern Rock und Pop der Siebziger. ABBA und ELO wurden in Rezensionen zum Debüt häufig genannt – und das trifft auch auf Album Nummer 2 zu.

„Inferno“, der zweite Song, vereint alle Qualitäten der Band in einem mitreissenden Pop-Ohrwurm. Lästigkeit der Vergleiche hin, Eigenständigkeit her: die ABBA-Parallelen sind schwer zu überhören.

Obschon einige Tracks sich vielleicht etwas zu stark ähneln, vermag die Band mit ihren unternehmungslustigen, harmonieseligen, beschwingten und doch bisweilen leicht melancholischen Songs zu überzeugen. Seien es schon besagte ABBA-esken Pop-Schmuckstücke („Tell Me How It Feels“), mehr am Rock („Tuff Turf“, „Part of Me“) oder an Disco/Funk im Stile von Donna Summer usw. („I’ll Never Get Over You“) orientierte Songs, die Kernkompetenzen der Band kommen immer zum tragen: knackige Bassläufe, schnörkellose Beats, Wohlfühlharmonien und erinnerungswürdige Melodien.

In der ebenfalls schon länger bekannten Single „Nite After Nite“ sind noch einmal alle Einflüsse und Stärken vereint. Disco-Funk mit Pop-Melodien und Rock-Gitarren.

So gut das alles ist, so schade werden manche es doch finden, dass der Sound der Band sich in den fünf albumlosen Jahren nicht wirklich weiterentwickelt hat. Halb so schlimm aber, denn eine gewisse Einzigartigkeit in der heutigen Musiklandschaft ist ihnen mit ihrem kraftvollen Blend aus unterschiedlichen Stilen der Mitt- und Spätzsiebziger nach wie vor garantiert. Ausserdem gibt es nicht umsonst das schöne Wort „zeitlos“. Wenn es darum geht, fein gearbeitete, melodienselige Popmusik zu gegen die Gralshüter des Fortschritts zu verteidigen, kommt es mehr als gelegen. 

Unser Fazit: ein gut gelauntes, absolut hörenswertes Album einer Band, die mehr Fans verdient hat. 

Das ganze Album auf Spotify hören:

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Eine Antwort zu “Rezension: Music Go Music – Impressions (2014)

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