Rezension: Alvvays – Alvvays (Transgressive, 2014)

Das Band-Quintett Alvvays aus Toronto wird ausgesprochen wie die gleichklingende Frauenbinde „Always“. Die Saugkraft ihrer Musik ist sogar noch ultra viel stärker, munkelt man. Genug der etwas ekligen Vergleiche, möchten wir im folgenden über das 2014 erschienene Album der Band sprechen, das gleichnamig zum Bandnamen ebenfalls „Alvvays“ heisst. Wer eine Portion Gute Laune sucht, findet sie hier, jedoch mit einem melancholischen Fragezeichen versehen.

Alvvays - Alvvays (2014)

Mit einer Durchschnittszahl von 78 / 100 auf Metacritic sind die Musikkritiker bereits einmal positiv gestimmt. Die jetzige Sängerin Molly Rankin versuchte sich vor einigen Jahren noch solo, ehe sie sich mit den jetzigen Bandmitgliedern zusammenfand. Und die machen Musik, wie sie Seifenblasen machen würden (wenn sie nur nicht so schnell zerplatzten!). Die Lieder sind nostalgiegetränkte Melodienwunder, die sowohl das passive als auch das aktive Hörbewusstsein schmücken. „Ones Who Love You“ verschmäht die Nicht-Liebe und öffnet den Traum einer schönen, freien Zukunft.

„And when the wheels come off
I’ll be an astronaut
I will be lost in space
I will be skipping rocks“

Diese zuckrige Utopieerschaffung wird jäh unterbrochen in Songs wie „Party Police“, in welchem es um eine endende Beziehung geht.

Ebenso in „Dives“ wird ein Gedankensetting des Verkriechens und der Abschottung geschildert. Die Tage werden künstlerisch vertextet, in welchen man nichts machen will und am liebsten abgeschottet für immer im eigenen Zimmer sein möchte:

„Bleeding light into your room
Makes you cower beneath the sheets
Waste away all your days“

Musikalisch gesehen kann man nicht vor dem Vergleich mit anderen Indie-Pop-Künstlern zurückschrecken. So erinnert der wolkige Indiepop an die kalifornische Band Best Coast, die 2013 mit „Fade Away“ ein ebenso hörenswertes Album veröffentlichten. Die Twee-Haftigkeit ist bei beiden Alben nicht abzustreiten, doch besitzt „Alvvays“ wie in der Einleitung bereits festgehalten, eine dunkle Färbung: Sowohl die verhäufte Moll-Tonart als auch die grüblerischen Liedzeilen verraten Mehrschichtigkeit. „Archie Marry Me“ ist der herausstechendste Song auf dem Album, der auch als Single erschienen ist. Hier erreicht der schwelgerische Mitsingcharakter seinen Zenith.

Was kann nun zum Schluss noch gesagt werden zu diesem Album mit dem hektischen Cover voller Personenköpfe? Eigentlich nur: hey hey hey marry me, Alvvays.

TOUR INFO:
Das einzige Schweizer Konzert wird im Bogen F in Zürich stattfinden. Es sei derjenigen Person geraten, hinzugehen, möchte sie sich den Februar musikalisch etwas aufpolieren.
02/06 – Stockholm, Sweden @ Debaser Strand
02/07 – Copenhagen, Denmark @ Beta
02/09 – Hamburg, Germany @ Molotow Exil
02/10 – Berlin, Germany @ Kantine am Berghain
02/12 – Vienna, Austria @ B72
02/13 – Milan, Italy @ Lo Fi
02/14 – Zurich, Switzerland @ Bogen F 
02/16 – Paris, France @ Badaboum – Fesitval A Nous

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2 Antworten zu “Rezension: Alvvays – Alvvays (Transgressive, 2014)

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