Konzertbericht: FFS (X-tra, Zürich, 02.09.2015)

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Das Siebziger-Kultduo Sparks rund um die Brüder Ron und Russell Mael beehrte gestern Abend gemeinsam mit den schottischen Rockern Franz Ferdinand die Bühne des Zürcher X-tra. Im Rahmen ihrer Kollaboration FFS spielten sie die Songs des gemeinsamen Albums sowie die grossen Hits ihrer jeweiligen Bands. Eine vorhersehbare, aber partytaugliche Show.

Die Geradlinigkeit der vier Franz Ferdinands gekreuzt mit der musicalhaften Theatralik von Russell Mael und der befremdenden Präsenz seines stoischen Bruders Ron, der mit wenigen Ausnahmen regungslos vor seinem Piano sitzt: das sind die Grundbedingungen der FFS-Liveshow. Schon die ersten drei gemeinsamen Songs – „Johnny Delusional“, „The Man Without A Tan“ und „Police Encounters“ – zeigten, dass die Dominanz der Sparks im Songwriting live von einer Dominanz des typischen Franz-Ferdinand-Sounds abgelöst (oder zumindest ergänzt) wird.

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Vier Männer, ein Klavier: ein Standard aus der Franz-Ferdinand-Trickkiste.

So gut die originalen FFS-Songs auch sein mögen, richtig Stimmung wollte im nicht ganz ausverkauften Saal des X-tra erst aufkommen, als der Franz-Ferdinand-Hit „Do You Want To“ angestimmt wurde. Überhaupt waren es die Franz-Ferdinand-Songs, von denen noch „Michael“ und „Take Me Out“ folgten, die bei weitem die beste Stimmung erzeugten und das Publikum in tanzende Ekstase versetzten, wie man sie von Konzerten der Schotten kennt.

Die Sparks-Titel – „The Number One Song In Heaven“, „When Do I Get To Sing ‚My Way'“ und „This Town Ain’t Big Enough For The Both Of Us“ – wurden jedoch ihrerseits auch mit stürmischem Beifall bedacht. Und gerade beim letztgenannten Titel wurde offenbar, was für ein grandioser Livesänger Russell Mael noch immer ist.

Letztlich war die Stimmung so angeheizt, dass auch die FFS-Songs „Dictator’s Son“ und vor allem „Piss Off“ noch richtig gefeiert wurden. Dass die Band das Konzert dann mit dem selbstironischen „Collaborations Don’t Work“ beschloss, war dramaturgisch logisch, obwohl die Performance mit ihren vielen Musicalelementen, den theatralischen Drohgebärden und der finalen Umarmung von Mael und Kapranos eher verwirrend daherkam.

Insgesamt boten FFS eine routinierte, ausgelassene, wenn auch vorhersehbare Show, die aber durchaus darauf hoffen lässt, dass die beiden Bands ihr Projekt weiterverfolgen werden.

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