Rezension: Lana Del Rey – Lust For Life (Interscope, 2017)

Lebenslustig lächelt Lana. Auf dem Cover ihres vierten Studioalbums sieht die US-Sängerin so glücklich aus wie selten. „The progression is real. Lana went from stone cold stares to all smiles, beaming with life. Like if she was being brought back to life through the album covers & titles.“, heisst es spekulativ auf Reddit. Die Progression zum Glück sei gewollt, besagen einige Fanmutmassungen.

Ob nun Intention oder nicht – faktisch fröhlicher kommen Albumtitel und Coverart des neuen Albums „Lust For Life“ daher. Doch: Wie klingt das vermeintlich neue Glück, klingt es etwa nach Born To Live? Nein! Don´t judge an Album by its Cover. 

Lana-Del-Rey-Album-Artwork

v. rechts nach links: „Born To Die“ (2012), „Ultraviolence“ (2014), „Honeymoon“ („2015“), „Lust For Life“ (2017).

> Die Lyrics auf der simpleren Seite gehalten.

„It´s never to late to be you wanna be, to say what you wanna say“

„Take off, take off
Take off all your clothes
Take off, take off
Take off all your clothes
Take off, take off
Take off all of your clothes“„Lust For Life“ Feat. The Weeknd

„And every time you look up
I know what you’re thinkin‘ of
You want my
Groupie love“„Groupie Love“ Feat. A$AP Rocky

„“Hey, what you doin‘?“ Not a lot
Shakin‘ and movin‘ at my local spot“„Tomorrow Never Came“ Feat. Stevie Nicks

Die Lyrics sind sowohl unkompliziert als auch fadengrade-direkt. Die Sprache ist manchmal allerdings so direkt, dass sie durch ihre extensive Klarheit paradoxerweise eine Verzerrung erfährt: Beim Song „God Bless America – And All The Beautiful Women In It“ sind die Lyrics mehr eine zeichnende Zukunftsweisung, obwohl sie im Präsens verfasst sind:

„Even when I’m alone, I’m not lonely
I hear the sweetest melodies (sweetest melodies)
On the fire escapes of the city
Sounds like I am free (it’s got me singin‘)“„God Bless America – And All The Beautiful Women In It“ 

Was so viel heissen kann, wie: Trotz des Alleinseins fühlt sie sich nicht einsam / soll sie sich nicht einsam fühlen. Die textlich erwähnten Melodien („sounds“), die über die äusseren Notausgänge der Stadt schwappen, klingen nach Freiheit. Aus der Ferne, in der Ferne. Die Lyrics scheinen sehr von einem positiven GedankenGUT geprägt. Analog auch dazu der darauf folgende Song, der bereits den bezeichnenden Titel „When The World Was At War We Kept Dancing“. Textlich könnte „Lust For Life“ also ein Tanzen sein. Ein Tanzen während eines Weltunterganggefühls.

> Lana Del Rey arbeitete mit sehr, sehr, sehr vielen anderen Künstler/-innen zusammen.

The Weeknd, A$AP Rocky, Playboi Carti, Stevie Nicks und Sean Ono Lennon sind alle mit dabei.

Die Songs haben allesamt immer noch die gewohnte inhärente Eigendynamik.

Die Ballade „Change“ könnte eine für sich stehende Single sein.  (Oder ein für sich stehendes Album, das einfach nur ein Lied ist). Auch das Stück „Love“ (das erste des Albums; eine Message?), das bereits im Februar veröffentlicht wurde, besitzt einen derart distinktiven Hochglanzfarbton. Das Songwriting ist nach wie vor so unverkennbar und übermächtig wie nur selten bei anderen Pop-Musikern vorzufinden.

Lana Del Rey vereint Gleichgültigkeit und Dringlichkeit.

Das Jetzt und das Zeitlose.
Die auf Reddit erwähnten „stone cold stares“ UND die Lust am Leben.
„Lust For Life“ ist demnach keine Verwandlung zum Glück hin, sondern ein eine äusserlich andere Form eines Zustandes voll von anerkannten poetischen Widersprüchen.

Lieblingssongs?

„White Mustang“, „13 Beaches“, „When The World Was At War We Kept Dancing“, „Tomorrow Never Came“, „Change“, „Summer Bummer“, „Love“


MEHR ZU LANA DEL REY AUF WAVEBUZZ:

 

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