Die ultimativen Wavebuzz-Top-15-Alben 2013: #13 Frightened Rabbit – Pedestrian Verse

Produziert von Brian-Eno-Schüler Leo Abrahams  präsentiert sich das schottische Quartett Frightened Rabbit auf seinem vierten Album noch einmal sicherer und kraftvoller als auf den beiden grandiosen Vorgängern „The Winter of Mixed Drinks“ (2013) und „The Midnight Organ Fight“ (2008)

frightened
Sänger Scott Hutchinson wurde angeblich von seiner Mutter „my frightened rabbit“ genannt, da er sich kaum traute, mit anderen Kindern zu sprechen.  Seit mittlerweile acht Jahren aber tut er es doch: Er spricht durch seine Songs. Die ungeschminkte Ehrlichkeit, die die Lyrics offenbaren, ist auch auf dem neuen Werk wiederum beeindruckend.
Und es zeugt von grosser Sicherheit, dass Hutchinson auch vor gnadenloser Selbstkritik nicht zurückschreckt. Wenn er in „Oil Slick“ singt

Took to the ocean in a boat this time
Only an idiot would swim through the shit I write
How can I talk of life and warmth?
I’ve got a voice like a gutter in a toxic storm

so ist dies als Abrechnung mit dem eigenen kommerziellen Durchbruch, Swim Until You Can’t See Land , zu verstehen. Und als Unzufriedenheit mit der eigenen Stimme, diesem jedes R genüsslich rollenden schottischen Brummen. Dabei ist es gerade das, was an Frightened Rabbit reizt. Diese in sich versunkene Stimme, untermalt von einem unter Abrahams noch dichteren Klangkleid aus dominant pochenden Herzschlag-Trommeln, dicken Vorhängen aus Gitarren, Streichern und so weiter.


Frightened Rabbit erschaffen grosse Dramen im kurzweiligen Popformat. Da geht es um die Qualen der Armut, hoffnungslose Liebe, tief im Dreck vergrabene Geheimnisse – und es geht, wie sehr oft bei Hutchinson, um die Flucht. Mal ist es eine Flucht ins Bessere, mal eine zurück ins Tragische (wie in „Nitrous Gas“: „I’m just dying to be unhappy again.“) Eine Flucht, begleitet von jenem fahlen Schimmer der Zuversicht, der sich in der Coda von „State Hospital“ zeigt: „All is not lost“, es gibt noch eine Chance auf Rettung, irgendwie, irgendwo – und mit jedem Song scheinen Frightened Rabbit ihr wieder einen Schritt näher zu kommen.

Das ganze Album anhören via Spotify:

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