“Die ultimativen Wavebuzz Top 15 Alben 2013: #12 Austra – Olympia

Australia, Austria, Austern schlürfen? Nein! Austra – eine Band aus Kanada – brachten dieses Jahr ihr zweites Album auf den Markt, das den antik-ehrwürdigen Titel „Olympia“ trägt. Ihre New Wave Musik schlägt 2013 neue Wellen, nach ihrem Erstlingsalbum „Feel it Break“ von 2011. Wir möchten Olympia also in die olympische Wavebuzzdisziplin der *ultimativen 15 Alben* mit hineinkategorisieren. Welcome ‚HOME‘.
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I. ETWAS ZU DEN 5 BUCHSTABEN
Inhaltlich geht es nicht um das Eine, sondern um das Andere: Das Thema Liebe wird oft anhand eines klassischen Ich-Du-Verhältnisses in innerhalb von Austras Songs thematisiert. Und zwar auf folgende Art: “Throughout Olympia, love is a radical act and heartbreak– in greater supply here– a failure of community; but the album doesn’t speak in those abstractions.” (so Pitchfork im Juni, 2013). Tatsächlich wird das L-Abstraktum fraglich und lichtlos dargestellt, dies zeigen alleine die verlorenen Songtexte auf Olympia (und auch die dazugehörigen Moll-Melodien). In „Hurt Me Now“ herrscht apokalyptische Stimmung innerhalb eines brennenden Hauses, das Herz  der Ich-Person liegt dabei auf einem Tisch und ein Flehen dringt durch den offenen Raum ins Nichts. In „Forgive Me“ geht es dann um die Misskonzeption zweier Individuen, hört euch hier den Track via Soundcloud an: 

In „Forgive Me“ also erscheinen 2 Punkte, die sich von ihrem Standort aus, nicht so sehen, wie sie sich selbst sehen: „It was in your sight, I was another.“  Hier geht es nicht nur um Liebe, sondern um Wahrnehmung und eine resignierte Haltung, die diesen Umstand definiert. Fragen ohne Fragezeichen scheinen unmerklich zwischen den Taktschlägen hervorzukriechen. Doch diese Fragen bleiben unbeantwortet, lediglich besungen werden sie. Die oft vorkommenden Pausen unterstreichen die Nichtbeantwortung.Daraus könnte unmenschlich radikal die illusorische Einigkeit zwischenmenschlicher Relationen als nicht funktionierend definiert werden. (Dies geht jedoch zu weit, es ist nur ein Musikalbum. Und auch dies geht zu weit. „NUR“ ein Musikalbum?)

Auch im Lied „Home“ (bei dem Titel man vielleicht zunächst denkt: „oh, endlich etwas freudiges, heimeliges!“) wird man als Zuhörer gleich wieder in diese verworrene Fantasy-Welt hineingerissen. Auch in „Home“ gibt es die olympische Disziplin der funktionierenden Zwischenmenschlichkeit nicht:

„You know that it hurts me when you don’t come home at night
My body can’t rest unless you’re sleeping by my side
You know that it hurts me when you stay away all night“

AUSTRA – HOME (Musikvideo)

Hier spielt der wirtschaftliche Wunsch mit, „wie du mir, so ich dir“. Das „wie du mir“ ist in „Home“ jedoch abermals geprägt von Wahrnehmungsdifferenzen, sodass auch dieses Lied nicht gerade ein Jingle Bells ist. But, „What Difference Does It Make“?

Auch im Lied „We Become“ klagt Katie Stelmanis, untermalt von dumpfen Drums:

“You wouldn’t call my name
It’s always been the same
It’s true your eyes don’t look at me
I couldn’t tell you if I knew it or not“

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II. DIE FÜNF BUCHSTABEN UND DIE ACHT BUCHSTABEN
Natürlich handelt das 8-letterige „Olympia“ nicht nur von Liebe und ihren Auswirkungen im persönlichen und gesellschaftlichen Bereich.
Die Band soll gemäss einem Stereogum-Interview den Fokus auf Live-Instrementierung gelegt haben bei der Produktion von „Olympia“. Das Ziel dabei sollte das Erreichen von synthetisch klingenden Tönen gewesen sein, die aber – hier der Kniff! – durch „echte“ Instrumente erzeugt werden sollen. Hierin liegt auch tatsächlich ein musikalischer Reiz des Albums. Im Perlenstück „I Don’t Care I’m A Man“ sind die Instrumente so verwegen und verworren, dass der Hörer das Gefühl hat, er habe mit einer neuen Art der Musikalität zu tun. Minimalistische Pop-Elemente und Trip Hop (dazu: ein Musikeinfluss das ebenso triphoppige Album „Third“ von Portishead.) inspirierten Austra zu diesem Werk, das uns 2013 so bereichert hat.

Zum Glück hat Austra sechs Buchstaben, und nicht fünf.

KEEP BUZZIN’ & don’t hurt us now.

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