Rezension: The Asteroids Galaxy Tour – Bring Us Together (Small Giants, 2014)

Gerade noch sind sie am regnerischen Sonntag des Zürich Openair gewesen. Nun regnet es nicht nur Wasser, sondern auch ein Album: das dritte Studioalbum der dänischen Band The Asteroids Galaxy Tour. Ob es wirklich so klingen würde, wenn man auf einem Asteroiden durch Galaxien fliegt, sei hier kein Anspruch. Man denke an das geflügelte Wort: „in space no one can hear you scream“. 

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Lars Iversen und Mette Lindberg sind der Kern der Band seit ihrer Entstehung im Jahr 2007. Nach und nach erschienen die Alben „Fruit“ (2009) und „Out Of Frequency“ (2012). Zu ihren Erfolgen gehören diverse Festivalauftritte und sie waren ebenso Vorband von Amy Winehouse. Oder anders gesagt: die Band verbuchte bisher keine grossartig kommerziellen Erfolge. Man fragt sich vielleicht warum, wir fragen uns das zumindest. (Wir rechnen die Werbung einer holländischen Biermarke einmal frech nicht als Erfolg). Ist die Musik, auch auf dem neuen Album „Bring Us Together“, doch sehr zugänglich wenn sogar simpel. The Asteroids Galaxy Tour produzieren eine Art Retro Pop, stets durchdrungen von der charakteristischen scharfen Stimme Mette Lindbergs. Das hier vorliegende Album beginnt mit roboterhaften Spoken Word Elementen im Stück „Bring Us Together“. Der anschliessende Song „Navigator“ navigiert den Hörer weiter hin zum dritten Lied „My Club“, welches schon seit einigen Monaten als Single verfügbar ist. „You keep on banging my door, you keep on asking for more“ – diese Zeile bleibt hängen wie ein Spinatstück zwischen den Zähnen. (Nur etwas weniger lästig.)

Das Zusammenbringen, Kitten, Leimen scheint ein grosses thematisches Anliegen der Band zu sein. Nebst dem Song (und Albumtitel) „Bring Us Together“ gibt es noch „Get Connected“. Dieser Song ist vergleichsweise zu den anderen in einem langsameren Tempo gehalten. „Choke It“ ist auf der zeitlichen Mitte der Platte anzutreffen und womöglich auch die goldene Mitte. Die verzerrten Elemente aus Gitarre und Stimme und die fragmentierten Trommeln erzeugen eine seltsame Stimmung. So klingt es vielleicht, wenn die Musik eines über den Durst getrunken hat. Der anschliessende Track „Hurricane“ – der wie das Schwester-Festival vom Southside Festival heisst (Fun Fact that no one needs?) – ist in Moll-Tonarten sehr theatralisch herausgekommen.
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„Rock The Ride“ ist ein freches Stück der gewohnten Leier „brich-aus-dem-Alltags-Trott-aus-und-lass-dir-nicht-alles-gefallen“. Wir lassen uns nicht alles gefallen, aber das Lied ist dennoch durchaus gefällig. Nach „Rock The Ride“ wird Lindberg auch noch zum Berg: In „I Am A Mountain“ verlangt sie nach einem lauschigen Plätzchen für die Nacht, in welchem sie sich verstecken kann. Weiterhin trällert Lindberg, dass sie keine Lügen mag, dass sie jedoch ein Berg ist. Nonsens oder Poesie, dies bleibt an dieser Stelle für jede(n) einzelne(n) offen. (Wir sind ja neutral.) „Zombies“ heisst das zweitletzte Lied und ist voller „aaaahs“ und „uuuuhs“ und leitet zum Schlusslied über, welches einfach nur „X“ heisst. Wofür steht das „X“? X steht hier in diesem Falle für schwer fassbare (intergalaktische?) Texte, 80s Vibes, schmetternde Melodien und viel viel Spass.

Note: 6 / 10

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Mette Lindberg von The Asteroids Galaxy Tour am diesjährigen Zürich Openair (Foto: Wavebuzz)

TOUR INFO
Für alle, die den tollen Auftritt am Zürich Openair 2014 verpasst haben (oder sie nochmals sehen möchten), die dänische Band kommt Ende Oktober in die Schweiz!

BASEL: 30.10.2014 (Event Halle Basel)
(mehr zur Tour findet ihr hier)

                                             >>>> HIER DAS ALBUM ANHÖREN <<<<


KEEP BUZZIN

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Eine Antwort zu “Rezension: The Asteroids Galaxy Tour – Bring Us Together (Small Giants, 2014)

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