Rezension: Caribou – Our Love (Merge, 2014)

„Hey everybody in Germany, Austria and Switzerland you can listen to my new album ‚Our Love‘ on Soundcloud.“ Dieser Satz war heute einzusehen auf der Facebook-Seite des kanadischen DJ´s und Produzenten Daniel Snaith aka Caribou. Das Album hat schon seit einiger Zeit in gewissen Ländern geleaked, nur bekamen wir irgendwie nichts davon mit. Dafür ist heute unsere Liebe hier: „true love waits“? We will see… Hier eine Rezension.

Im kaleidoskopisch-epileptischen Cover des neuen Caribou-Albums

Im kaleidoskopisch-epileptischen Cover des neuen Caribou-Albums „Our Love“ strahlen sich die Farben einander an. Das Design stammt übrigens vom Foto-Künstler Jason Evans.

WIR KÖNNEN OHNE DICH, UND WIR KÖNNEN NICHT OHNE DICH; DIE VERWORFENE LOGIK AUF „OUR LOVE“:
Nachdem Caribou innerhalb seiner Karriere Hammerhaie begrüsst hatte, Dinge herausgefunden hatte, nach Odessa geschwommen ist und sowohl über Hannibal als auch über die Sonne gesungen hatte – benannte er sein neues Werk schlicht: „Our Love“. Mit einer derzeitigen Durchschnittsnote von 89/100 auf Metacritic scheint das dritte Studioalbum bei den Kritikern auf Akzeptanz zu stossen. „Our Love“ besitzt 10 Tracks und wurde bereits aufbereitet mittels den zwei Vorabsingles „Can´t Do Without You“ und „Our Love“. Hier die Namen der 10 Stücklein:

Can’t Do Without You
Silver
All I Ever Need
Our Love
Dive
Second Chance
Julia Brightly
Mars
Back Home
Your Love Will Set You Free

GEDANKENSTÜCKE ÜBER TANZMELODIEN:
Die Songs sind nach erstmaligem Hören eingängig, und das auf zweierlei Arten: Einerseits gehen die Stücke sogleich ins Ohr und besitzen dieses für Caribou typische Hypnotisierende und andererseits gehen die Melodien ein in unmessbare Weiten und Tiefen. In „Silver“ wird durch die fragmentarischen Einschub-Vocals ein (möglicher) Portishead-Moment erzeugt und gleichsam präsentiert die stumpfe Stimme von Dan Snaith eine gedrückte Tonfolge: „I wish I never met you“: Eine leise Offenlegung einer Liebesgekränktheit, die in synthetisch-mechanischen Klängen verglimmt. „Can´t Do Without You“ ist eine überspitzte Liebes-Ode, die sich beinahe aller vorhandenen, verzweifelten Liebesbeteuerungen bedient:

„I can’t do without you
It’s over I can’t tell you
I can’t do without you
And you’re the only on I can think about
I can’t do without you“

ABHEBEN UND WIEDER NACH HAUSE KOMMEN:
„Dive“
zieht uns in Tiefen der Erinnerung und wir denken an Scuba Diving. Völlig aus der Reihe tanzend und bei eingefleischten Caribou-Fans für saures Aufstossen sorgend, könnte der Song „Second Chance“ sein. Der weibliche Gesang (von Jessy Lanza) wird mit einem R´n B Moment versehen: Flehende, aufrufende Zeilen verlangen nach einer „Second Chance“. Wir geben dem Lied eine solche zweite Chance und schlucken vorübergehend einmal eine Magen-Entsäuerungstablette. „Julia Brightly“ zerrt einen dann schliesslich frohlockend auf die Tanzfläche. Der Up-Tempo-Beat und die reduzierten Vocals-Bruchstücke kreieren die ansteckende Tanzmusik, die wir lieben. In „Mars“ findet man überspannte Querflötenmusik und Off-Beat-Rhythmen, die ein bisschen an das Genre „World Music“ erinnern können, müssen sie aber nicht. Für uns ist „Mars“ mit seiner ausserirdischen Schön- und Gewagtheit eines der Hochlichter unserer Liebe. (Auch das repetitiv eingespielte „hallo“ – als dieses hören wir es zumindest – entspringt illusorisch einem anderen Planeten.) Genug, vom Universum kehren wir mit dem zweitletzten Stück „Back Home“ und gelangen zurück: Zurück in die Eigenschaften und die Brillanz (entschuldigt sei die nicht nüchterne Berichterstattung) von Caribous Genialität.

Falls ihr euch schon immer gefragt habt, was

Falls ihr euch schon immer gefragt habt, was „Caribou“ ist? Es ist dieses Tier:The Caribou is a wild species of deer often called reindeer when domesticated. They belong to a large group of hoofed ungulate mammals called artiodactyls which also includes camels and giraffes. They are found in the arctic tundra regions of North America, Asia, Northern Europe, Alaska and Greenland. Caribou can also be seen in sub arctic boreal forests during migration where they take refuge in windy coastal areas from flies and mosquitoes.“ (Text & Bild von der Seite: „animalcorner.co.uk„) 🙂 🙂

Sowohl der Text als auch die Melodie als auch die gesamte Atmosphäre lässt uns das Caribou-Gefühl fühlen. Die Realität überschneidet sich wie natürlich mit einer nicht-kitschigen, selbstverständlichen Form einer Romantik, die es doch nicht gibt. Die Liebe jedoch, so sagt es jedenfalls das Album, gibt es. Und sie tut noch mehr als bloss zu existieren: Sie macht frei. „Your Love Will Set You Free“ endet noch einmal mit leicht creepy („In my dreams you are here beside me in my bedroom (…) like I never left you“), leicht schönen Liebesgeständnissen.  Ist die Liebe (hier) eine glückliche? Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Das „Ein-wahrer-Künstler-leidet“-Klischee von Daniel Snaith? Wo ist genau das Zuhause, wovon er spricht? Wie dem auch sei: Wir sind völlig angetan und verliebt. Wir werden unsere Wände „Silver“ streichen, auf den „Mars“ fliegen und mit einer „Julia Brightly“ tanzen gehen. Doch.

TOUR INFO:
Wir freuen uns schon übermächtig auf das Konzert am 20.10.2014 im Komplex 457 in Zürich (Veranstalter: Mainland Music). Man darf gespannt sein, wie eine solche Musik eine Location wie den Komplex 457 klanglich ausfüllen wird. Falls ihr auch kommen wollt, es hat noch Tickets (für 48 Franken seid ihr dabei, Tickets auf starticket.ch), jedoch nicht mehr viele munkelt man. Oh Canada.
20141020CaribouFlyernewsmall

Sonstige Termine in unserer Nähe:
10.10. Köln – E-Werk*
11.10. Hamburg – Große Freiheit*
15.10. Leipzig – Conne Island*
18.10. Wien – Museumsquartier*
19.10. München – Muffathalle*
* mit Jessy Lanza

KEEP BUZZIN
& wir sehen uns am Caribou-Konzert. Hoffentlich.
& wir sehen Caribou am Caribou-Konzert. Definitiv.

PS. HIER NOCH EIN „ALTES“ CARIBOU STÜCK, GEHT AUCH UM DIE LIEBE.
UND IST AUCH-IMMER-NOCH WUNDERSCHÖN, „SHE´S THE ONE“:

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Eine Antwort zu “Rezension: Caribou – Our Love (Merge, 2014)

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