4 random Musikvideos we like

Musikvideos sind ein Medienformat, das unterschiedlich genutzt wird; sowohl von Künstler/-innen als auch von Konsument/-innen. Um das breitgefächerte Thema einmal schüchtern zu beginnen, wählen wir zu dieser Sonntagsstunde Musikvideos, die uns jetzt gerade einfallen. Musikvideos, die wir mögen.

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<< MARINOS >>

1 BOB DYLAN – SUBTERRANEAN HOMESICK BLUES
Tausendmal kopiert, nie erreicht: Bob Dylans Promotionvideo für „Subterranean Homesick Blues“ ist der Urgrossvater aller Musikvideos. Konzipiert als Eröffnunssequenz für die Dylan-Dokumentation „Don’t Look Back“ (1965, Regie: D.A. Pennebaker) zeigt er nichts anderes als Dylan, wie er in einer heruntergekommenen Gasse hinter dem Londoner Savoy Hotel steht und Karten mit Schlagworten aus dem Songtext hochhält. Im Hintergrund sind zudem – ein schönes frühes Beispiel für Cameo-Auftritte – der Folksänger Bob Neuwirth und die Beat-Legende Allen Ginsberg zu sehen.

2 EATLIZ – LOSE THIS CHILD
Die israelische Alternative-Rock-Band Eatliz ist für ihre Musikvideos berühmt, bedient sich dafür verschiedener Genres und Filmtechniken. Mit dem Animations-Video zu „Hey“ erlangten sie internationale Aufmerksamkeit, gewannen etliche Awards, darunter einen am Tribeca-Filmfestival und einen Spike-Lee-Award am Babelgum-Online-Film-Festival. Noch hervorragender als dieses Kleinkunstwerk ist allerdings das Stop-Motion-Video zum Song „Lose This Child“ (Album: Teasing Nature, 2010), das enorm aufwändig gestaltet ist. Mit in Sand geformten Figuren wird die Geschichte einer kleinen Schildkröte erzählt, die sich, kaum aus dem Ei geschlüpft, auf den gefährlichen Weg ins Meer machen muss. Herzzerreissend und dramaturgisch brillant (mit Pointe!).

<< SARAHS >

3 JUNIP – LINE OF FIRE
Das selbstbetitelte Album „Junip“ erschien im Jahr 2013 beim Label City Slang. Die schwedische Band unter José González brilliert mit dem Musikvideo „Line Of Fire“ nicht nur musikalisch, sondern auch visuell. Das surrealistische Video besitzt etwas David-Lynch-eskes (sofern mir diese Adjektivisierung gegönnt sei). Es herrscht eine beklemmende Ruhe in den Aufnahmen. Nicht etwa eine Ruhe aber, wie man sie bei einer entspannenden Massage erfährt, nein. Es ist eine Ruhe, wie sie weilt, an einem Nebeltag auf einem verlassenen Spielplatz. Es ist eine zwischenmenschliche Ruhe ohne Seelen. Alles, was man hier spürt, ist nichts. Das zeigt auch der leere Esstisch bei 2:15. Auch wenn sich einige Sekunden später Menschen an den Tisch setzen, bleibt die dumpfe Inhaltslosigkeit bestehen. Es wird ausserdem mit sexuellen Tabus gespielt, wie Inzest oder grossen Altersunterschieden. Es ist jedoch kein klassischer Sinn erkennbar, was das Video meiner Meinung nach geheimnisvoll und missverständlich macht.

Und somit braucht es keine Deutung. (Alle obigen Zeilen sind überflüssig.)

4 AUSTRA – LOSE IT
Auch mein zweites Video, das ich in diese Liste pflanze, ist etwas surrealistisch gefärbt (das kommt wahrscheinlich daher, dass ich gerade Twin Peaks zu Ende geschaut habe… ). Zur Ausdrucksstärke von Lyrics und Musik hinzu kommt nun noch dieses Musikvideo zu „Lose It“. Bei der kanadischen Band Austra „lose“ ich „it“ schon immer wieder ein bisschen. Der schönste Teil des Lieds (musikalisch und filmisch) beginnt bei 3:25. Im Video verliert hier die Protagonistin (welches Sängerin Katie Stelmanis selbst ist) stets ein bisschen mehr ihren Verstand und landet in einer verklärten Traumwelt. Die Figuren (z.B. ein Mann in einer Lederjacke und einem Polizeihut) oder die Symbole (z.B. ein Spiegel mit einem abgebildeten Affen darauf) machen ebenso wenig Sinn, wie einige Elemente im bevorgehenden Junip-Video. Ich füge beide Videos zu folgender gedanklicher Kategorie hinzu:

„Schönheit muss sinnlos sein. Und bleiben.“

THANKS FOR READING. atuttalööör

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