Konzertbericht: Savages (15.03.2016, Dynamo Zürich)

Zürich, Dienstagabend im März 2016. Es war kalt. Es war windig. Und was tut man an einem derart kalten, windigen Abend? Genau – man wärmt sich auf innerhalb einer Menschenmenge und geht an ein Konzert. Savages aus London beehrtern zum zweiten Mal die Limmatstadt mit ihrem gitarrenlastigen Post Punk.

Kein Stage-diving, sondern Stage-walking war das.

Jenny Beth: Kein Stage-diving, sondern Stage-walking war das. Körperbeherrschung pur.

ANTITHESE ZUR ÜBERREIZUNGSGESELLSCHAFT
Sängerin Jehnny Beth trägt ihr Haar kurz, mit Gel nach hinten gekämmt. Die ganze (Girl?)-Band ist in Schwarz gehüllt. Die Bühne ist lediglich mit Scheinwerfer beleuchtet. Man findet weder – für heute typische – aufwendige Bühnenbilder noch übertriebene Schauspielerei. Es ist eine Band, die auf der Bühne steht und dreckige, aufwendige Gitarrenmusik abliefert. Die Drums sind dumpf und komplex. Alles andere bleibt simpel.

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AUSGEWOGENES SET
Savages, was auf Deutsch übersetzt soviel heisst wie „die Wilden, die Grausamen“, spielten einen abgerundeten Mix aus beiden Alben, „Silence Yourself“ (2011) und „Adore“ (2016). Die Songs sind auf beiden Alben tendenziell laut, in-your-face und infam. Einzig der Song „Adore“ hob sich von dieser Ragen-Musik ab. „Adore“ ist ein verzweifeltes Liebes-Plädoyer ans Leben. Fast am Schluss wurde das Publikum, das überraschend heftig mitfeierte, andächtig ruhig. Die Lyrics schneiden direkt ins zweischneidige Fleisch der Menschlichkeit:

„I understand the urgency of life
In the distance there is truth which cuts like a knife
Maybe I will die maybe tomorrow so I need to say

I adore life
If only I had been more shy
And hid every tear I cried
If only I didn’t wish to die
Is it human to adore life?“

FAZIT :
Savages spielten nicht nur im Dynamo, sie spielten gleichzeitig auch ein sehr dynamisches, authentisches Set. Die Post-Punk-Band könnte ohne Geringeres mit Ian Curtis und co. touren, wäre da nicht die Zeitlücke. Musik wie diejenige von Savages ist nämlich keinem Jahrzehnt zuzuordnen, sondern könnte sowohl in den 70ern, den 80ern oder (vor allem auch) den 90ern bestehen. Denn: Stilisierte Expression und Rage kennt kein Alter.

I ADORE LIVE… MUSIC.

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