Rezension: The Slow Show – White Water (Haldern Pop Recordings, 2015)

Manchester gilt – ähnlich wie das gesamte Britische Königreich – als Massengeburtsstätte der guten Musik. Von dort stammen auch The Slow Show, die wie eine Mischung aus The National und Kodaline klingen. The Slow Show bezeichnen sich auf ihrer Website allerdings eher als atypisch für Manchester: „White Water“ heisst ihr Erstlingsalbum, das genau heute vor einer Woche erschienen ist.

Diese Band sollte man sich langsam Mal merken, denn der Erfolg kann auch - entgegen des Namens - schnell gehen: Das sind The Slow Show aus Manchester.

Diese Band sollte man sich langsam Mal merken, denn der Erfolg kann auch – entgegen des Namens – schnell gehen: Das sind The Slow Show aus Manchester.

ÜBER DAS „SLOW“ IN „THE SLOW SHOW“ 
Die 5-köpfige Band scheut sich nicht vor Gitarren und Keyboards und trotzt dem Minimalismus. Schwer abzuschätzen ist die Temperatur des Klanges: The Slow Show sind – wie Katy Perry sagen würde … ähäm … – Hot and Cold. Das soll heissen, dass sowohl Optimismus als auch eine geballte Ladung Traurigkeit in den Stücken von The Slow Show schlummern.
Der Überflieger-Hit der Platte ist übrigens ihre Single, „Bloodline“. Im Musikvideo sieht man sehr hübsche Bilder der englischen Strand-Stadt Brighton. „Bloodline“ ist ein sich gemählich aufbauendes Stück. Ein Lied, um sich im Frühling an ein Gewässer zu setzen und für einen Moment die Augen zu schliessen. Das klassische Bild des Alles-Vergessens. Die Gedankenkraft des Ich-Kann-Überall-Seins.

VON MANCHESTER ÜBER DRESDEN BIS IN MEINE LAUTSPRECHERBOXEN
Das Musikvideo zum Song „Dresden“ beginnt gar mit einem opernähnlichen Choralgesang. Diese Andächtigkeit wird bis zum Gesang weitergezogen. Der Gesang von The Slow Show bricht meist die gesamte Weichheit ihrer Musik auf. Sänger Rob Goodwin schafft es, dieser Form von Indie-Pop, sowohl Charakter als auch Glaubwürdigkeit zu verleihen.

„White Water“ ist eindeutig ein Stimmungsalbum. Ein Stimmungsalbum in dem Sinne, dass man dafür in einer speziellen Stimmung sein muss. „White Water“ ist kein Album, das man beim Sport, beim ausgelassenen Freundeskreistreffen oder auf einer fetzigen Party spielen könnte.
Songs wie „Brother“ oder „Long Way Home“ sind dafür viel zu düster. Die Grenze zwischen einer Schwerfälligkeit und einer Erhabenheit ist bei vielen Songs erreicht. Ein Beispiel dafür ist „Bad Day“. Jedoch entscheide ich mich immer ein bisschen mehr für die Seite der Erhabenheit.

The Slow Show könnten mit „White Water“ einen kleinen Durchbruch schaffen und ich hoffe, sie an dem einen oder anderen Festival diesen Sommer zu sehen. Um dann bei einem Festivalbier plötzlich über den Ernst des Lebens nachzudenken.

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TOUR
Es stehen 2 Schweizer Termine für The Slow Show an. Einer davon ist im Aargau am bereits (!) ausverkauften Bad Bonn Kilbi. Das zweite noch mögliche Konzert findet in Zürich im Papiersaal statt. (Die komplette Tour von The Slow Show findest du hier).

DUDINGEN (CH) – Bad Bonn Kilbi Festival – 30 May 2015 (SOLD OUT)
ZURICH (CH) – Papiersaal – 31 May 2015

„WHITE WATER“ AUF SPOTIFY ANHÖREN:

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2 Antworten zu “Rezension: The Slow Show – White Water (Haldern Pop Recordings, 2015)

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