Konzertbericht: Foxygen (19. Mai im Plaza, Zürich)

Das „F“ steht für das falsch geschriebene f-errückt. Und das „oxygen“ für den Sauerstoff, den die ganze Band jeweils nach ihren Auftritten braucht: Die einzige Schweizer Show war es gestern Abend, als Foxygen das Plaza erschütterten. Genau, erschütterten. Denn was geboten wurde, war kein Konzert, sondern – wie vorhin erwähnt – eine S H O W im wortwörtlichen Sinne.

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VORBAND, ODER SO…?
Begonnen hat der abendliche Konzertplausch mit einem Pre-Act. Diese trugen den Namen „Don´t Kill The Beast“. Das Publikum sass auf der kleinen Stufe, zwischen Hauptfloor und Nebenfloor (ja, das gibt es!). Die Schweizer Band trällerte Songs über Gott und das Licht und zupfte dabei gemächlich an Gitarren und Stimmbändern herum. Der eigentliche Sinn der Vorband ging an diesem Abend leider etwas daneben. Das Publikum schien nach dem Voract müder als zuvor.

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FOX-TEUFELS-WILD
Eine Zigipause später kam das richtige Beast auf die Bühne. Foxygen waren bunt besetzt und hatten drei Backgroundsängerinnen (die allerdings – zur Freude einiger – im Vordergrund standen). Sänger Sam France stand anfänglich gar nicht auf der Bühne. Aus dem nichts erschien ein wütender, wilder Fan (das war Sam France in der ersten seiner Rollen), der sich dann auf die Bühne stürzte und zu singen begann. Die gespielten Lieder waren aufgrund ihrer fliessenden Übergänge und wechselnden Tempi sehr eng aneinander geknüpft. Und fast nicht mehr erkennbar.

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WARUM FOXYGEN IN WAHRHEIT EIN THEATERKOLLEKTIV IST
Zwischendurch kämpften zwei Bandmitglieder einen imaginären Schwertkampf (mit Drumsticks). Es gab Comedy-Einlagen, in denen die amerikanische Gesellschaft ein wenig auf die Schippe genommen wurde (Bsp. die Band sagte: „let´s do some real American Man Stuff. LET´S PLAY CARDS“). Bei ihrem Hitsong „San Francisco“ war kein Mitglied von Foxygen auf der Bühne. Das Lied wurde von einer halbzerstörten, harzigen Schallplatte wiedergegeben. Es war ziemlich interessant, die Reaktion des Publikums zu beobachten. Was ist das nun? Ist das live? Oder nicht? Was tut man, wenn man ein Lied von einer Band hört, die eigentlich da ist, aber nichts vom Lied irgendwie live ist?? Fragen über Fragen.
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DIE WECHSELNDE MODE DES SÄNGERS
Sam France zog sich im Verlaufe des Abends mehrfach um und zupfte an seinen Kleidern genauso wie an seiner Geschlechtsteilregion. Manchmal, wenn es ihm beliebte, spuckte er auch etwas Trinkwasser von der Bühne. Die Backgroundsängerinnen (immer noch im Vordergrund) tanzten einstudierte Bewegungen (unter anderem den Langlauftanz, den Hip-Shaker etc.). Leichte Fluchworte wurden ans Publikum gerichtet, wie „You fucking Hipsters“ oder „Thank You Urban Outfitters“. (Was auch immer das zweite genau bedeutet haben mochte…). Im Endeffekt kann man sich darüber streiten, wieviele Showeinlagen ein Konzert erträgt. Es kann zumindest festgehalten werden, dass ich noch niemals ein solches Konzert in derartigen Weise erlebt habe.

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NOCH EIN BISSCHEN ZUR MUSIK & FLOWER POWER BABY
Foxygens Musik lässt den Vergleich mit Musikgrössen wie Bob Dylan oder The Beatles aufkommen. „Thanks a lot. And now… We play a song called „Let It Be“ „… Es erklang eine absichtlich grottenschlechte Version des Beatles-Klassikers. Die Songs sonst reichten von musikalisch stark bis schwach. Teilweise war die Band durch ihre Showeinlagen derart ausser Atem, dass der Gesang sehr falsch klang. Auch die Rhythmik schien teilweise nicht ganz On Point. Da die Musik selbst aber dermassen trippy und tanzbar ist, machte das alles nichts: Und es gab ja noch Blumen. Die – nebst kleinen Kitschlämpchen – auf der Bühne liebevoll montiert waren. Diese Blumen wurden am Ende in die verschwitzte, verstörte Publikumsmasse geworfen.

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So kam ein bisschen Flower-Power, Starpower und Theater in einen sonst sehr kommunen Dienstagabend.
Danke Foxygen.
Ihr habt Zürich um 9 Grad erwärmt.

Hier aber doch noch, das richtige „Let It Be“:

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Eine Antwort zu “Konzertbericht: Foxygen (19. Mai im Plaza, Zürich)

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