Rezension: Summer Camp – Bad Love (Moshi Moshi, 2015)

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Haben sich lieber als es den Anschein macht: Jeremy Warmsley und Elizabeth Sankey a.k.a. Summer Camp.

Seit langer Zeit gemeinsam erfolgreiches Ehepaar besingt destruktive Beziehungen und Herzschmerz. Wo bleibt denn da die Authentizität? Aller Wahrscheinlichkeit nach auf der Strecke. Aber halb so schlimm, sind die bittersüssen Melodien und der nostalgische Sound von Summer Camp doch (meist) Verzückung genug.

Summer Camp – das sind Jeremy Warmsley und Elizabeth Sankey aus London – machen seit 2009 gemeinsam Musik. Drei Alben und ein Soundtrack sind dabei bislang herausgekommen. Letzterer untermalt den Film „Beyond Clueless“ (2014), eine Dokumentation über die goldene Zeit der Teenmovies. Diese Thematik markiert schon einmal das Territorium, auf dem sich Summer Camp auch musikalisch bewegen.

Herzschmerz, destruktive Beziehungen, schmerzhafte Sehnsucht, Melancholie, Einsamkeit: Wahrlich, auf dieser vierzigminütigen Tour wähnt man sich mitten in einem charmant angestaubten John-Hughes-Streifen. Die dicken Schichten zuckriger Synths und krächzender Gitarren unterstützen das unvermeidliche Achtziger-Nostalgie-Feeling auf den meisten Tracks.

Textlich erschöpft sich das Repertoire des Duos leider häufig in Plattitüden, Floskeln, die die wirklich interessanten Details aussparen. Gerade im titelgebenden Song fällt dies auf. Was war denn nun genau das Schlechte an dieser Liebe?

Glücklicherweise vermag das Songwriting diesen Makel in den meisten Fällen zu kaschieren. Bitterüsse Melodien voller College- und eben Teenmovie-Nostalgie, kontrastreiche Gesangsharmonien und eine Fülle an berauschenden Dreampopklängen sorgen für durchgehendes Hörvergnügen.

„This feels real in the way that a dream feels real“ heisst es in „You’re Gone“, einem der besten Momente des Albums. Und das ist allemal real, authentisch genug. Neben dem etwas aggressiveren Discorock des Titeltracks und „You’re Gone“ sind drei weitere herausragende Songs auszumachen: „Sleepwalking“ mit funky Rhythmusgitarre und einer Melodie, die auch Morrissey geschrieben haben könnte, die kleine Perle „Run Away“, die sich aufgrund der wesentlich geringeren Klangdichte deutlich vom Rest des Albums abhebt, und der definitive Teenpop-Moment, sozusagen die Quintessenz des Albums: „Drive Past My House“.

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Eine Antwort zu “Rezension: Summer Camp – Bad Love (Moshi Moshi, 2015)

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