Konzertbericht: Everything Everything & Foals (Volkshaus Zürich, 27.01.16)

British Invasion in Zürich. Im ausverkauften Volkshaus spielten am vergangenen Mittwoch zwei britische Bands, die schon seit einigen Jahren einen festen Platz auf allen Indie- und Alternativeplaylists haben: Everything Everything und Foals.

pizap.com14540678716491ABGESTIMMTE HEMDEN SIND ALLES, ALLES!
Die Vorband Everything Everything aus dem englischen Städtlein Kent bot bereits die Bühne betretend einen spannenden Anblick. Sie müssen einen Band-Designer haben (oder selbst einfach sehr geschickt in DIY sein!?!), denn alle Mitglieder trugen ein verschieden geschnittenes Kleidungsstück in denselben Farben orange, pink und violett. Auch ihr 45minütiges Set war sehr fashionable und wies Songs all ihrer bisherigen 3 Alben auf. Die ungewohnt hohe Stimme von Sänger Jonathan Higgs schaffte es live zu überzeugen. Ihre Songs zogen sie manchmal in die Länge, was weder langweilig noch ermüdend wirkte. Im Gegenteil: Sie verwandelten Stücke, wie „Kemosabe“, „Regret“ oder „Distant Past“ in kleine Party-Feuerwerke. Beim Auftritt der Vorband war der Saal auch noch nicht so voll, sodass man genügend Platz hatte, auch einmal einen Arm zu bewegen.

FOALS IM FOALS-KSHAUS
In der Pause zwischen Everything Everything und Foals füllte sich das Volkshaus rasant. Mit der Zahl der Menschen stieg auch die Zahl auf dem Thermometer, und das bevor das Konzert überhaupt begann. Das Publikum setzte sich zusammen aus Paisley-Hemd-tragenden 18-Jährigen, hippen Mädchen in Grossvaterpullis und Random-Nicht-Schubladisierbaren-Fans.

Foals haben erstmals ihr neues Album „What Went Down“ im Gepäck und spielten daraus auch die meisten Songs. Mit „Snake Oil“ begann die Sause. Danach folgte „Mountain At My Gates“, das tupfgenaugleich wie auf dem Album klang. Der Sänger – der wie eine Fetakäse-Marke heisst – Yannis Philippakis strotzte nur so vor Selbstbewusstsein… und Können. Das von der Temperatur bereits erhitzte Publikum begann spätestens bei „My Number“ zu frohlocken und zu tanzen (bzw. sich gegenseitig zu schubsen). In der sehr gemütlichen Runde durfte man – zumindest in den vorderen Reihen – keine Angst vor Nähe haben. Auf „My Number“ folgte ein Klassiker vom ersten Album „Antidotes“: „Balloons“. Oftmals schmückte die Bands ihr (relativ gleichbleibendes Set) aus mit Soli und Geschrammel. Das hätten sie aber lassen können – manchmal ist ein Song 4 Minuten lang, und das ist auch gut so.

Die ruhigeren Stücke ihres Sets sind eigentlich diejenigen, die mich immer wieder zu Foals zurückziehen (es ist ca. mein 5tes Mal, als ich sie sah). „London Thunder“ vom neuen Album trieft von Fernweh, Erinnerungen und Sentimentalität. Ebenso der verinnerlichte Klassiker „Spanish Sahara“ ihres zweiten Albums „Total Life Forever“.

😦 IMMER NOCH VERMISST: CASSIUS
Foals haben eine sehr gleichbleibende Setlist. Abgesehen von den Songs des neuen Albums bringen sie bei den alten stets die bewährten. Im Jahre 2013 haben die Fohlen (was Foals übersetzt bedeutet) bereits im Volkshaus gespielt. Und damals in unserem Review habe ich bereits einen Song vermisst: „Cassius“. War immer noch vermisst, war immer noch „over“.

Und es ist nicht nur „Cassius“, der vermisst wurde. Irgendwie wirkte das Konzert zu einstudiert. Logisch muss jede Band ihr Set einstudieren, aber dann hätten sie immerhin besser schauspielern können. Bei den Zugaben „What Went Down“ und „Two Steps Twice“ unternahm ein Grossteil des Publikums Schritte und begab sich bereits zu den Garderoben.


Fazit
: Ein Konzert wie der Januar selbst – Es ist der Start und der Vorgeschmack von hoffentlich etwas Besserem.

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