Rezension: Mark Ronson – Uptown Special (Columbia, 2015)

Mark_Ronson_-_Uptown_Special_(Official_Album_Cover)

Mark Ronsons neues Album „Uptown Special“ ist eine Parade illustrer Gastauftritte. Wir fragen: Hat die Scheibe musikalisch mehr zu bieten als den derzeit unvermeidlichen Hit „Uptown Funk“? Wo Licht ist, heisst es schliesslich so treffend, ist immer auch Schatten…

137 Millionen Views auf Youtube, Dauerbeschallung auf allen Kanälen: Keine Frage, an „Uptown Funk“, dem Aushängeschild des Albums ist derzeit kein Vorbeikommen. Das ist auch nicht nötig, bereitet der Song doch richtig viel Spass und erinnert visuell wie akustisch an den frühen Michael Jackson. Die Kollaboration Bruno Mars und Mark Ronson funktioniert hervorragend und liess im Vorfeld der Albumveröffentlichung die Frage aufkommen: Kann der Rest des Werks mit einem derartigen Hit mithalten?

Ein zweiter Vorgeschmack, „Daffodils“, liess darauf hoffen. Es werden hier etwas andere Klänge angeschlagen: Obschon das Ganze ebenfalls unverschämt funky daherkommt, dominiert das psychedelische Element, das Songautor und Sänger Kevin Parker (Tame Impala) ins Spiel bringt. Die Lyrics hat – wie auf insgesamt 9 der 11 Songs – der amerikanische Autor Michael Chabon verfasst. Seine Romane sind wesentlich überzeugender als diese Songtexte, denen dennoch in einzelnen Fällen poetische Glanzstücke zu entnehmen sind.

Musikalisch verdeutlichen „Uptown Funk“ auf der einen, „Daffodils“ auf der anderen Seite das Spektrum, das „Uptown Special“ bietet. Schnörkelloser Funk und sphärische Psychedelia reichen sich die Hand. Das Niveau der beiden Hits erreichen jedoch nur wenige der anderen Songs. Das vom amerikanischen Künstler Mystikal geschreirappte „Feel Right“ mit seinen überdeutlichen James-Brown-Anleihen ist tighter Funk, der aufgrund der stimmlichen Darbietung und dem repetitiven „Feel right in this motherfucker! / Feel good in this motherfucker!“ Potenzial hat, Leute vor den Kopf zu stossen. Dennoch gehört er zur besseren Hälfte des Albums, gemeinsam mit dem rifflastigen Psychedelicrock von „In Case of Fire“ (Gastauftritt: Jeff ‚We Are Young‘ Bhasker), Kevin Parkers zweitem Auftritt „Leaving Los Feliz“, der sicherlich ein, zwei Beatles-Vergleiche wird ertragen müssen/dürfen, und dem wundersam souligen „I Can’t Lose“, das von der bislang unbekannten Sängerin Keyone Starr vorgetragen wird.

Und der Rest? Intro und Outro sind unspektakulär, höchstens aufgrund von Stevie Wonders Harmonikaspiel erwähnenswert, die beiden von Andrew Wyatt (Miike Snow) gesungenen Songs „Crack In The Pearl“ und „Heavy And Rolling“ sind seicht, Marke Zum einen Ohr rein, zum andern raus, und auch Kevin Parkers dritter Beitrag „Summer Breaking“ ist kaum erinnerungswürdig. Was „Feel Right“ an Aufdringlichkeit zu viel hat, haben diese fünf Songs eindeutig zu wenig.

„Uptown Special“ ist keinesfalls das überragende Album, das nach „Uptown Funk“ und „Daffodils“ allenfalls zu erwarten gewesen wäre. Zwar ist Ronsons Gespür für clevere funky Beats omnipräsent, die Produktion makellos, und die Gastauftritte mehrheitlich bereichernd – und doch bleibt letztlich der etwas fade Beigeschmack des Belanglosen, Eintönigen. Schade.

Das ganze Album auf Spotify anhören:

Advertisements

Eine Antwort zu “Rezension: Mark Ronson – Uptown Special (Columbia, 2015)

  1. Pingback: [Wavebuzz] Rezension: Mark Ronson – Uptown Special (Columbia, 2015) - #Musik | netzlesen.de·

Kommentiere Bitte!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s