Rezension: Real Estate – In Mind (Domino Records, 2017)

Auf ihrem vierten Album verfolgen Real Estate aus New Jersey ihren roten musikalischen Faden (der eigentlich Pastell-Pink ist) weiter. „In Mind“ ist Chill-Out-Indie für Sonntage. Hier ein kleines Review.

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„Darling“
Der Opener legt – seiner Bezeichnung getreu – alles offen: Dem Gitarren-Intro werden ausgiebige Minuten zugesprochen, ehe Martin Courtney zurückhaltende Vocals einsetzen. Die zurückhaltende Sanftheit sitzt. Einzig in den Lyrics erlebt die Gefasstheit einen Bruch:

„Impatiently, as I wait for you
Impatiently, as I wait for you

That night surrenders swiftly
The moon retreats from sight
The darkness that surrounds me
The sun cuts like a knife to shine“

Ungeduldig wird hier ein Gegenüber erwartet. Und auch die Sonne wird textuell eher zerrüttet und aggressiv skizziert.

„Serve The Song“
Introvertierte Musik für introvertierte Sonnentage. Dieses Lied spricht gar von diesen Tagen, dem pars-pro-toto-Moment des „Sunday Morning“. „Serve The Song“ zeichnet ein internes, nachdenkliches und schwelgerisches Seelenbild nach. Real Estate sind programmatisch auf Zeitvertrieb aus. Als ob sie einen implizit dazu auffordern würden: „Lass dich darauf ein, einmal kein Ziel zu haben.“

„Stained Glass“
Psychedelisches Abdriften. Wie so oft bei Real Estate geht es hier um Fortbewegung in Vororten. Es geht um Orte, an die man hinsollte, aber vielleicht gerade nicht will (was uns zu Track 2 und dem Sonntagmorgengefühl zurückbringt). „There is no place i would rather be right now“ wird hier verlangt. Muss nicht sein, wir sind ja auch erst beim dritten Track. Weiter geht es.

„After The Moon“
Welch ein Titel. After The Moon? Meinen sie Mars? Meinen sie die Zeit, wenn der Mond nicht mehr hier ist? Zweifelsohne könnte hier ein Auslöschen von Drang und Zwang thematisiert sein. Immer auch ein bisschen auf der Mikroebene des „You“ and „I“.

„Two Arrows“
Folkig. Veranda. Sonnenuntergang. Irgendwo in Amerika.

„White Lights“
Folkig. Veranda. Sonnenaufgang. Irgendwo in Amerika.

„Holding Pattern“
Verzerrungsfilter auf Gitarre. Gewinnendes Takt-Arrangement.

„Time“
Wie viele Lieder wurden wohl auf der Welt bereits in den Titel „Time“ gepackt? Wohl mehr als ein Jahr Sekunden hat (Hier einige; Pink Floyd – Time, JUNGLE – Time, Hans Zimmer – Time usw.)

„Diamond Eyes“
Precious. ❤ Sehr triefend, aber schon auch eines der persönliche Lieblinge des Albums (Country-Roads-Take-Me-Home, Anyone??).

„Same Sun“
Die Backing-Vocals brechen fast Un-Real-Estate-ische Sphären auf. Fast. Der Rest des Tracks reiht sich geradlinig in den Rest der „In Mind“scher Zurückhaltung ein.

„Saturday“
Precious 2. ❤ Sonntagmorgenmusik etwas aufgebrezelt.
Fazit
Wie bei den Track-by-Track-Ausführungen inhaltlich schon angeschnitten, lässt sich „In Mind“ von Real Estate etwa so beschreiben: gefällig, frei und reizvoll.

 

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